150 Jahre Alpenverein – wer braucht eigentlich den noch?

2012 ist das Jubiläumsjahr des Österreichischen Alpenvereins. Für die Sportalpen Redaktion Grund genug, einmal genauer hinzusehen, was der Alpenverein eigentlich macht. Egal von welcher Seite man es betrachtet, in der heutigen Zeit ist der Alpenverein wichtiger denn je!

Wer braucht eigentlich den Alpenverein?

150 Jahre österreichischer Alpenverein

150 Jahre österreichischer Alpenverein

Der Alpenverein blickt mittlerweile auf eine Geschichte von 150 Jahren zurück. Dennoch geistert er in den Köpfen mancher Berganhänger als formlose Vorstellung von einzelnen Aufgaben umher. Was macht der Alpenverein eigentlich? Wieso braucht man den? Sogar der Sinn der 195 Sektionen wird von voreiligen Stimmen in Frage gestellt. Dabei ist der zweitälteste Bergsteigerverband der Welt alles andere als sinnlos. Nicht nur die knapp 400.000 Mitglieder und 1 Million Berggeher wissen warum.

Hauptaufgaben des Alpenvereins

Ohne den Alpenverein wäre ein Berg einfach nur ein Berg. Die fordernde Tour am Hausberg würde zur Lebensaufgabe werden, die italienische Mafia hätte neue Müllabladeplätze und die Vermisstenanzeigen füllten eine eigene Zeitung. Der Alpenverein sieht sich selbst als „Anwalt der Alpen“. Die Aufgaben der Organisation sind freilich so vielseitig wie die Vegetation auf einem Gebirgsmassiv. 26.000 Kilometer Weg betreut der Alpenverein. Dazu zählen neben den markierten Wander- und Bergwegen auch die unzähligen Klettersteige. Den Großteil der Instandhaltungsaufgaben bewältigen unbezahlte Wegewarte.

Helfer des Alpenvereins

Alpenverein

Der Alpenverein sorgt mit vielen Hütten für Schutz

Das Dach über dem Kopf findet man in jeder der 238 Schutzhütten, die insgesamt 14.000 Schlafplätze bieten. Damit diese nicht der Verrottung zum Opfer fallen, kümmern sich Hüttenwarte um die hauswirtschaftlichen und handwerklichen Arbeiten. Diese pachten die Hütten vom Besitzer, dem Alpenverein. Weitere Helfer  sind der Alpinwart, der Skilehrwart und der Naturschutzwart, die sich um klettertechnische, wintersportliche und Naturschutz-Aspekte kümmern.

Alpenverein Akademie

Auch für das Know-how ist gesorgt. Die Alpenverein-Akademie bietet den ehrenamtlich Tätigen eine Aus- und Weiterbildung auf dem neuesten Stand des Wissens. Das fördert nicht nur die allgemeine Bildung, sondern eröffnet den Teilnehmern jene Flexibilität, die es ihnen möglich macht, sich rasch auf veränderte Bedingungen einzustellen.  In Kursen lernen Freiwillige alles, was man über die verschiedenen Bergsportarten wissen muss. Kooperationen mit dem Bund und Bildungseinrichtungen wie die Fachhochschule in Wien fördern das Ausbildungsniveau.

Kommunikation des Alpenvereins

Alpenverein

Die aktuelle kampagne des Alpenvereins

Der Alpenverein bemüht sich mit den Mitgliedern in Kontakt zu bleiben. Fünfmal pro Jahr erscheint das „Bergauf“-Magazin, das Themen rund um den Bergsport betreut. Die Online-Abrufbarkeit und die professionelle Aufmachung machen die Zeitschrift zur beliebten Lektüre. Mit 500.000 Lesern sollte immerhin jeder 16. Bürger in den Genuss des Magazins gekommen sein. Zusätzlich veröffentlicht der Alpenverein ein Jahrbuch Namens „Berg“. Außerdem bietet die Homepage ständige Updates und Informationen zu Wetter und Alpenrouten.

Vorteile für Alpenverein-Mitglieder

Die Mitgliedschaft im Alpenverein bringt einige Vorteile mit sich. Bei einem Jahresbeitrag von 52 Euro garantiert der Österreichische Alpenverein etwa einen weltweiten Versicherungsschutz. Dieser inkludiert sogar Bergungskosten von bis zu 25.000 Euro sowie eine Rückholgarantie aus dem Ausland. Wer sich bei einer Tour übernimmt und in einer Gletscherspalte stecken bleibt, muss sich zumindest über seinen Finanzhaushalt keine Sorgen machen. Ein weiterer Pluspunkt für Besitzer der Mitgliedskarte sind die Rabatte. Ausrüstung und Nächtigungen erhält man zum reduzierten Preis ebenso wie Landkarten und Ausbildungen.

Alpenverein als Anwalt der Natur

Alpenverein

Der Alpenverein in “Hochform”

Schon 1927 wurde der Naturschutz in den Statuten verankert und somit zu einer Hauptaufgabe des Alpenvereins. Die Bemühungen decken sich mit Richtlinien der EU, die vorsehen, dass Maßnahmen zur Erhaltung von Flora und Fauna sowie gesteigerter Vogelschutz gewährleistet sind. Damit Touristen nicht das letzte Edelweiß zertrampeln, hat sich der Alpenverein zudem die alpine Raumordnung zur Pflicht gemacht. Beschränkung des Fremdenverkehrsangebotes und eine Festlegung von Endausbaugrenzen organisieren die Nutzung des Alpenraumes und erhalten die Idylle aufrecht.

Die Frage ist eher: Wer braucht den Alpenverein eigentlich nicht?

Die Zielgruppen des Alpenvereins beschränken sich nicht nur auf Menschen. Gerade Tiere und Pflanzen sind auf naturschützende Maßnahmen angewiesen. Solange die Stimme des Alpenvereins nicht unter Wirtschaftsinteressen begraben wird, bleibt Österreich ein Postkartenidyll. Und die Sicherheit für den Menschen, der in dieser Natur wandert, bergsteigt und sie für Erholung nutzt, ist dank unzähliger Maßnahmen sehr hoch.

Die Sportalpen Redaktion sagt herzlichen Glückwunsch zum 150. Geburtstag und Danke im Namen aller Bergfreunde!

Alpenverein

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-----  2 Kommentare  -----

  1. Gerlinde Vybiral

    Nicht zu vergessen, die Jugend braucht den Alpenverein. Viele ehrenamtliche JugendleiterInnen bemühen sich, Kinder und Jugendliche von den PC`s, Fernsehern usw. in die reale Natur zu bekommen und haben dabei auch viel Erfolg.
    Siehe Jugendprogramm der Sektion Stockerau.
    Gerlinde Vybiral

  2. Pingback: 150 Jahre Alpenverein ? wer braucht eigentlich den noch? – Sportalpen.com | Bergfreunde

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