Bea Bauer: vom Trailrunning zur Iron Lady

Bea Bauer

Die Sportalpen-Athletenfamilie ist um ein Mitglied reicher. Bea Bauer ist leidenschaftliche Bergläuferin und Kolumnistin. In ihrem ersten Beitrag berichtet sie über den eigentlich ganz normalen Wahnsinn und das Projekt Iron Lady (Ironman St. Pölten und Nizza 2013). 

Bergspezialistin findet Neuland im Wasser

Die Eiserne Lady

Neuland für Bea Bauer: der nasse Weg zur Iron Lady

Wenn meine Freunde mich mit einem Wort beschreiben müssten, dann wäre es wohl sportverrückt. Nach der Arbeit bin ich meistens auf der Strecke. Zehn Kilometer Straßenläufe, Halbmarathons, Marathons, Bergmarathons und Höllenritte wie die Tour de Tirol oder der Ultratrail bei der Zugspitze (101 Kilometer) haben es mir angetan. Dazu gehört natürlich viel Training. Nach einer Weile wurde mir jedoch klar, dass ich zu Fuß nicht so weit komme, wie ich gerne möchte. Eine neue Herausforderung musste her. Der Triathlon war ab sofort mein Ziel. Die Distanz stand für mich sofort fest: wenn, dann Vollgas!

Schwimmen ist ein absolutes No-Go

Expertin als Anfängerin

Trailrunning Bea Bauer

Ihre Disziplin: Bea bei der Tour de Tirol

Das Laufen stellt natürlich keine Problem dar. Die Vorstellung, die enormen Distanzen auf dem Rad und im Wasser zurückzulegen, machte mir allerdings schon etwas Angst. Meine bisherige Erfahrung auf dem Rad pendelt nämlich irgendwo zwischen Gelegenheitsfahrten und der Zahl null. Auf einem Rennrad hab ich sowieso noch nie Platz genommen. Noch schlimmer ist für mich aber das Wasser. Schwimmen ist ein absolutes No-Go! Erstens ist es nicht mein Sport und zweitens wird mir bei dem Gedanken an die geschätzten 6.000 kraulenden Arme ganz mulmig. Dennoch entschloss ich mich, mich als zusätzliche Motivation zu zwei Triathlons anzumelden.

Mit großen Schritten nach vorne

Meine Ironman-Premiere wird in St. Pölten beim 70.3 am 26. Mai über die Bühne gehen. Die Halbdistanz, 1,9 Kilometer schwimmen, 90 Kilometer Rad fahren und 21 Kilometer laufen sollen mir einen ersten Einblick in die neue Welt geben. Etwa einen Monat später wird es in Nizza ernst. Der Ironman auf die volle Distanz (3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42 Kilometer laufen) wird mir alles abverlangen. Bis dahin dauert es noch etwa 9 Monate. Nicht viel Zeit, wenn man bedenkt, dass ich bei zwei von drei Sportarten noch völlig am Anfang stehe.

Glücklicherweise waren die Jungs gleich Feuer und Flamme

Gar nicht fad: das Rennrad

Radfahren bei Bea Bauer

Erste Kilometer auf der Rennmaschine: Bea Bauer sichtlich begeistert

Da ich durch die Laufevents viele Leute kennen gelernt habe, beschloss ich, meine Kontakte spielen zu lassen. Ganz ungeniert fragte ich bei einem Sportteam aus Ludwigsburg um Unterstützung an. Glücklicherweise waren die Jungs gleich Feuer und Flamme und beschlossen, mir unter die Arme zu greifen. Es dauerte nicht lange und ich musste meine geliebten Laufschuhe gegen Radschuhe und Kickpedale tauschen. Meine ersten Ausflüge gestalteten sich erstaunlich unterhaltsam. Der Hauptgrund dafür ist bei meinem Coach Jürgen Frank zu suchen. Selbst Triathlet, weiß Frank natürlich, worauf es beim Training ankommt. Seit 25. März habe ich immerhin 2.000 Kilometer abgespult und stehe mittlerweile an einem Punkt, an dem 163 Kilometer am Stück ohne gröbere Beschwerden möglich sind. Auch die Schmerzen am Hinterteil vergehen mit der Zeit. Lediglich die schnellen Kurven und das abrupte Abbremsen machen mir noch zu schaffen.

Hilfe am Beckenrand für die eiserne Lady

Ganz anders sieht es beim Schwimmtraining aus. Das mulmige Gefühl, das mich überkommt, wenn ich ins Wasser steige, konnte ich noch nicht ganz loswerden. Mit der modischen Badekappe wie ein Profi auszusehen, reicht anscheinend doch nicht ganz. Die vier Trainingseinheiten in der Woche im Winter werden das ändern. Zurzeit bin ich jedenfalls damit beschäftigt, mich über Wasser zu halten. Auch fürs Schwimmen habe ich mir professionelle Hilfe geholt. Timo Weber wird mich bei meinen Einheiten unterstützen. Wie es mit dem Projekt „Vom Trailrunning zur Iron Lady“ weitergeht, erzähle ich in den nächsten Wochen. Eines allerdings vorweg: Wenn ich den Schritt schaffe, kann es jeder.

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