IRONMAN 70.3 St.Pölten und Torsten Neufeld

Zum dritten Mal nahm Torsten Neufeld beim IRONMAN 70.3 in St. Pölten teil. Hochmotiviert und mit neuem Hightech-Material von BMC geht er an den Start. Wie sein Rennen verlaufen ist, schildert er uns.

„It‘s Race Week!“ – IRONMAN 70.3 St. Pölten

Wie lange habe ich auf diesen Satz gewartet, um genau zu sein, fast 9 Monate. So lange ist nämlich die IRONMAN 70.3 EM in Wiesbaden her. In der unmittelbaren Vorbereitung habe ich mich nicht sehr geschont. Da der Saisonhöhepunkt in diesem Jahr auf den 8.Juli und die IRONMAN EM in Frankfurt fällt, ist St. Pölten also im Grunde auch ein Vorbereitungswettkampf dafür. Dennoch ist die Anspannung vor so einem Event immer noch ein klein wenig höher.

Der Start – Vorbereitung

Torsten Neufeld BMCMein neues Zeitfahrrad, das BMC TM01, habe ich bereits am Vortag eingecheckt. Vor dem Start ging es also zunächst in die Wechselzone, um noch einmal zu prüfen, ob „Mila“, so habe ich es getauft, auch die Nacht gut verbracht hat.

Danach ging es in die unmittelbare Startvorbereitung. Etwas warmlaufen, ein letzter Schluck aus der Trinkflasche, Neopren anziehen und dann sich an den bereits anstehenden Athleten nach vorn mogeln, um die bestmögliche Startposition zu ergattern.

Schwimmen – um jeden Zentimeter wird gekämpft

Um 07.05 Uhr erfolgte der Startschuss und ich legte gleich richtig los. Geplant war eine Schwimmzeit unter 30 min, in St. Pölten auch wegen des ca. 300-m-Landgangs zwischen den zwei Seen ein sportliches Ziel. An der ersten Boje nach ca. 150 m geht die „Schlägerei“ um die besten Plätze gleich richtig los. Ich kann mich gut behaupten und versuche, meinen Rhythmus zu finden. Da ich den Sprung in die Spitzengruppe nicht geschafft habe, beschließe ich, mich in der 2. Gruppe etwas zu verstecken, um Kraft zu sparen. Nach 30:02 min erfolgt als 18. der Ausstieg und ich schnappe mir den Wechselbeutel.

Radfahren oder Radfliegen auf dem TM01 – eine neue Dimension

Torsten Neufeld Wechselzone

Torsten Neufeld in der Wechselzone

In St. Pölten werden die ersten 20 km auf der gesperrten Schnellstraße S33 absolviert. Ich trete in die Pedale und habe ein richtig gutes Gefühl. Ich fliege über die Strecke und überhole schon jetzt einige Profis, die 5 min vor mir gestartet sind. Nach dem ersten Anstieg gesellen sich zwei schnelle Radfahrer zu mir. Durch das Donautal bilden wir eine schnelle Gruppe, halten uns an den 10-m-Abstand, ein Schiri war ständig neben uns, und fahren bis an die Spitze. Nach Auswertung bin ich im Donautal die gut 35 km in einem 43er-Schnitt gefahren. Mit „Mila“ war es einfach eine pure Freude und hätte ich mich selbst nicht gebremst, ich hätte mich an diesem Tag auf dem Rad noch mehr raushauen können. So wechsel ich mit der 4.schnellsten Radzeit als 5. auf die Laufstrecke und habe ein richtig gutes Gefühl.

Das Laufen und Torsten – 2 Dinge, die noch zusammenfinden müssen

Torsten NeufeldIm Wechselzelt dann die erste Pause, ein ungutes Gefühl beschleicht mich. Ich ahne, dass etwas mit meinen Oberschenkeln nicht stimmt. Ich ziehe die Laufschuhe an und laufe los, um nach einem Kilometer einfach umzukippen. Beide Oberschenkel machen zu und ich habe richtig harte Krämpfe. „Jetzt beginnt der Kampf“, sage ich mir und versuche irgendwie weiterzulaufen. Ab diesem Punkt sind es jedoch noch 20 km, das macht die Sache nicht gerade einfach. Die weiteren 10-11 km gehen noch und ich finde meinen Tritt. Doch das viele Salz und die Cola wollen bei km 13 einfach nur noch raus und so muss ich mich übergeben. Ab diesem Punkt verliere ich richtig viel Zeit. Zwangsgehpausen kosten mich viele Plätze.

Rennnachbereitung – Fehler erkennen und daraus lernen

Ein Fehler war evtl., das TM01 gleich beim ersten Wettkampf zu nutzen. Nach dem Wettkampf hatte ich mehr Wettkampfkilometer auf dem Rad als im Training. Meine Muskulatur war mit der neuen Position, die sehr viel anders ist als auf dem alten Rad, noch nicht vertraut. Auch habe ich etwas wenig auf dem Rad getrunken. Da es sehr warm war, ist dies praktisch überlebensnotwendig, um nicht mit Krämpfen am Streckenrand zu liegen.

Positiv jedoch ist die Gewissheit, dass ich die nötige Energie habe, um das Tempo, sofern meine Beine mitmachen, durchzuhalten. Die Laufform hat zumindest in der Woche vor St. Pölten gepasst. Jetzt heißt es erholen und sich in Ingolstadt und Salzburg auf kürzeren Distanzen noch einmal die nötige Wettkampfhärte für Frankfurt zu holen. „Mila“ und ich freuen uns darauf! 

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