Rennrad Pflegetipps: Wartung und Renncheck

Wer kennt es nicht? Die teure Anschaffung zum ersten Mal ausgeführt und schon scheint sich der Dreck in jedem Winkel zu verstecken. Mit ein paar einfachen Handgriffen strahlt das Zweirad wie neu – und auch die notwendige Wartung nimmt man gleich mit.

Rennrad Pflegetipps direkt aus der Airstreeem-Zentrale

Bremsen einstellen

Zur Pflege des Rennrads gehören auch die richtigen Einstellungen bei Schaltung und Bremse

Zugegeben, jeder hat seine eigenen Tipps und Tricks um das Zweirad fit zu machen. Wenn man bei den Profis über den Zaun schaut, kann man aber nicht viel falsch machen. Sogar weit näher als dem Zaun kam Sportalpen der Airstreeem-Zentrale in Antherig. Mitarbeiter Tom ließ ein paar Pflegetipps durchsickern, die nicht nur das Rad in neuem Glanz erstrahlen lassen, sondern dank der regelmäßigen Wartung den Zustand des Rades verbessern. Verschleißteile wie Lager oder die Kette sehen so einer längeren Lebensdauer entgegen. Schließlich ist so manches Rennrad mehr Wert als ein Kleinwagen.

Rennrad Pflegetipps vom Profi

Pflegetipps Rennrad

Gut geschmiert: Bewegliche Teile schmieren schont Material und sorgt für Leichtgängigkeit

Der Systemcheck vor dem Rennen kann jene Sekunden bringen, die auf der Zielgeraden im letzten Rennen gefehlt haben. In zwei Minuten ist das „Tuning“ erledigt. Der erste Gang führt Tom zu den Reifen. „Alureifen mit acht Bar und Schlauchreifen mit acht bis zehn bar Druck sind für Rennen optimal.“, erklärt der erfahrene Rennmechaniker.  Das handelsübliche Kettenöl schmiert Kette und Schaltseile. Für kurzfristige Änderungen am Rad (etwa an den Bremsen) empfiehlt sich ein Drehmomentschlüssel, der je nach Rad, üblicherweise eine Stärke von 4 bis 5,6 Millimeter aufweisen soll.

Streicheleinheiten statt Dampfstrahler

Tom nimmt sich zuerst den Rahmen vor: „Bei ausgebauten Laufrädern wird der Rahmen samt Anbauteilen von oben nach unten mit einer feuchten und in herkömmlichen Spülwasser getauchten Bürste durchgeschrubbt.“ Danach kommt der Schwamm zu seinem Streichel-Einsatz. Hartnäckigen Verschmutzungen wird mit einer Einwirkzeit gegengesteuert. Egal wie fest der Dreck am Rahmen zu kleben scheint: das Rennrad ist eine Diva und sollte auch so behandelt werden. Reiniger wie ein Dampfstrahler sind eher etwas für Sylvester Stallone und leiten den Dreck im schlimmsten Fall sogar in die Lager. Bei Carbon-Rahmen, die in den meisten Modellen der Airstreeem Modellen verbaut wurden, empfiehlt sich außerdem ein spezielles Pflegeprodukt, das schmutzabweisend wirkt.

Das Zahnrad steckt im Detail

Technikerklärungen Alex Airstreeem

Airstreeem Techniker Alex erklärt Sportalpen Redakteur Sebastian die Technik ganz genau

Nach dem Rahmen sind die Laufräder dran. Von Innen nach Außen, bei der Nabe beginnend geht man wiederum mit der Bürste zu Werke. Um die Bremsleistung auf den besten Stand zu bringen empfiehlt Tom, die Felgenflanken leicht anzuschleifen. Zum Entfetter greift man laut dem Experten, wenn es an Kettenblatt, Kassette, Ritzel und die Schaltung geht. Am besten eignet sich dazu eine Sprühdose, da so sichergestellt wird, dass jeder Zentimeter erreicht wird. Nach einer Einwirkzeit von etwa 10 Minuten geht es dem Dreck mit einer harten Bürste an den Kragen. Wiederum erledigen das Spülmittel und eine Schrubb-Einheit den Rest. Wer den Frühjahrsputz besonders ernst nimmt baut den Verschlussring aus und reinigt alle Ritzel separat. Anstrengend, aber vorbeugend. Eine Kettenpeitsche erspart beim Ausbau Frustmomente.

Kettenmassaker verhindern

Die Lebensdauer der Kette ist stark vom Hersteller und ihrer Behandlung abhängig. Bevor die Kette ihren Geist aufgibt spult sie ungefähr zwischen 1500 und 5000 Kilometer ab. Je nachdem kommt man so von London nach Wien oder nach Bagdad. Die Anzahl der Kilometer soll aber keineswegs als Indikator dienen. Bergfahrer, die die Kette unter ständigen Druck setzen, provozieren den Verschleiß schneller als ein typischer Niederländer. Auch die Wetterverhältnisse tragen ihren Teil zur Abnützung bei. Wer seine Kette durch den Monsun steuert, wird schnell von einem Frühzeitigen Aus überrascht. Wenn die Kette sich dem Ende ihrer Lebenszeit nähert, sich also ausleiert, ist es sinnvoll vor der nächsten größeren Ausfahrt einen Austausch vorzunehmen um Ritzel und Kettenblatt zu schonen. Ein gutes Tool um den Verschleiß einer Kette festzustellen ist die Kettenlehre, die für unter 20 Euro zu haben ist.

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