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Das war das Asics Beat The Sun 2015

Viel spannender hätte die zweite Auflage des Asics Beat The Sun nicht ausfallen können: Nach 150 Kilometern um den Mont Blanc, etlichen Höhenmetern sowie 15 Stunden und drei Minuten auf den Trails trennten die Teams aus Amerika und Südeuropa wenige Sekunden voneinander. 

Holly Rush am Weg.

150 km um den Mont Blanc

Wir wollten etwas ganz Besonderes auf die Beine stellen. Ein Event, wo es nicht in erster Linie um die Zeit oder das Duell Mann gegen Mann geht. Nach der Premiere im Vorjahr haben wir das Format noch einmal angepasst.“, erzählt European Marketing Director Michael Price von Asics.

2015 ging es für fünf Teams mit je sechs Läufern aus der ganzen Welt darum, den Mont Blanc zu umrunden, bevor die Sonne untergeht. Der Startschuss erfolgte am längsten Tag des Jahres, dem 21. Juni um 05:44 Uhr in Chamonix, rechtzeitig zum Sonnenaufgang.

5 Teams gegen die Sonne

Für Team Europe North ging unter anderem Christian Schiester an den Start…

Nicht nur die Herausforderung – die Sonne würde 15:41 Stunden scheinen – machte das Asics Beat The Sun so außergewöhnlich. Es war die Zusammenstellung der Teams, die den Ausgang des Rennens stets spannend hielt. Je drei Profis und drei im Vorfeld ausgewählte Amateure bildeten eine Trailrunning Mannschaft, die eine bestimmte Region der Erde repräsentierte:

Einschätzen konnte vor dem Laufevent niemand so wirklich, wie schnell die Amateure sein würden. Und auch die Profis um Christian Schiester fanden in der Bergwelt um Chamonix ungewohnte Aufgaben vor. Ein erfrischender X-Faktor im Laufsport, durch den das Asics Beat The Sun stets unberechenbar blieb.

Müde Beine für den Ironman

…ebenso wie Amateur-Runner Benjamin Druml.

Obwohl auf den 13 Etappen um den Mont Blanc stets Profi gegen Profi und Amateur gegen Amateur lief, sorgte der Rennverlauf für zahlreiche Führungswechsel. Während Südeuropa den großen Vorsprung nach dem ersten Drittel wieder eingebüßt hatte, arbeitete sich das Team Americas kontinuierlich nach vorne. Die leicht favorisierten Afrikaner hatten vor allem mit den Höhenmetern zu kämpfen. Ebenso wie Ironman Champion Pete Jacobs:Meine Beine sind noch müder als nach einem Ironman. Der Downhill hat meine Beine voll mitgenommen und die vier Kilometer uphill waren einfach nur hart. Ich musste gehen.

Asics Beat The Sun hautnah

Wie heftig die Streckenabschnitte tatsächlich waren, erlebten Beobachter an den Übergabepunkten live mit. Schon nach ihrem ersten Run (die Athleten mussten zweimal laufen, je ein Runner pro Team sogar dreimal) landeten einige Sportler mit letzter Energie im Checkpoint. Von Chamonix aus ging es auf den 13 Etappen in drei bis 19 Kilometer langen Läufen durch Frankreich, Italien und die Schweiz. Für die Zuschauer wurde in Chamonix (Frankreich, Start und Ziel), Courmayeur (Italien) und Champex (Schweiz) eigens eine Station samt Live-Tracking und DJ eingerichtet.

Duell an der Spitze

Zu Beginn der sechsten Etappe befanden sich alle Teams entweder vor der Sonne oder knapp dahinter. Die langen Abschnitte danach teilten das Feld allerdings. An der Spitze entwickelte sich ein Duell zwischen Südeuropa und den Amerikanern. Auch dank einer unglaublichen Aufholjagd durch den Italiener Xavier Chevrier, der die Südeuropäer wieder heranführte, während Duncan Kiptanui vom Team Afrika (Halbmarathonzeit 1:02 Stunden) in den Bergen an Boden verlor.

Sekunden entscheiden

Das Team Europe North bei der Übergabe.

Eine Stunde vor dem Sonnenuntergang begann sich der Zielbereich in Chamonix zu füllen und gut 20 Minuten später wurde es erstmals laut. Edmilson, Amateur-Läufer des Team Americas, lief in Begleitung seines ganzen Teams nach 15:03:10 Stunden als Erster durchs Ziel. Nur vier Sekunden dahinter das Team Südeuropa, das die Sonne ebenfalls um 38 Minuten schlug. Die anderen drei Teams verpassten den Sonnenuntergang um 19 Minuten (Asia-Pazifik), 39 Minuten (Afrika) und 1:29 Stunden (Nordeuropa). „Letztes Jahr hat mein Team den Sonnenuntergang um 33 Sekunden verpasst. Ich bin so froh, dass es dieses Mal geklappt hat! Es war so knapp, ich bin stolz auf mein Team!“, so Megan Kimmel, Team-Kapitän der Amerikaner.

Ein außergewöhnliches Laufevent

Zwei der fünf Teams konnten die Sonne besiegen.

Das Asics Beat The Sun 2015 war aus mehreren Gründen außergewöhnlich. Location, Teilnehmer, der stellare Gegner, die Organisation und die Herausforderung sorgten für ein unvergessliches Event und einen spürbaren Teamgeist, der in Standing Ovations für den letzten Teilnehmer gipfelte.
Wie die Reise weitergeht stand nach dem Event noch in den Sternen, an Ideen mangelt es allerdings nicht: „Wir haben einige neue Vorstellungen aus dem Feedback gesammelt, die wir umsetzen möchten. Wir wollen, dass das Beat The Sun etwas Besonderes bleibt!“, so Michael Price.