Sportalpen.com

Tour de Tirol: Tal der Leiden für Meex

Eigentlich wusste Meex, was ihn bei seiner achten Tour de Tirol vom 3. bis 5. Oktober erwarten würde. Die Schmerzen bei dem Ultralauf-Event lernte er – wie jedes Jahr – dennoch aufs Neue kennen. Was er aus den Strapazen gemacht hat, erzählt er hier.

Der Söller 10er als Warm-Up

Beim 10 km-Lauf war der Körper noch in Ordnung.

Irgendwie muss ich eine leicht masochistische Ader in mir haben, die mich jedes Jahr wieder an den Start der Tour de Tirol führt. Immerhin weiß ich ja, dass mich die drei Tage an meine physischen Grenzen führen. Dennoch lässt mich das Event einfach nicht los…

Begonnen hat die Tour de Tirol 2014 mit dem „Söller 10er“ Warm-Up Run. Dieses Mal wurden die drei Runden allerdings gegen den Uhrzeigersinn gelaufen. Das bedeutete, dass der Anstieg gleich nach dem Start auf uns wartete. Obwohl ich die erste Runde etwas zu schnell anging, lief ich nach den zehn Kilometern als Erster meiner Klasse durchs Ziel – ein guter Start! Wie viele andere Teilnehmer, entschied ich die Siegerehrung auszulassen und mich früh auf den Marathon am nächsten Tag vorzubereiten.

Der Kaisermarathon: Highlight der Tour de Tirol

Zieleinlauf unter Schmerzen.

Mit meiner Familie im Schlepptau ging es am Samstag zum Starbereich des Kaisermarathons. 2.165 mir sehr wohl bekannte Höhenmeter standen vor mir. Doch der Anfang bis Going war vergleichsweise „easy“. Gutes Tempo, Ressourcen geschont – ich war gut unterwegs!

Aber es wäre nicht die Tour de Tirol wenn das so geblieben wäre. Schon beim ersten Anstieg musste ich auf den Gehmodus umschalten. Krämpfe breiteten sich langsam in meinen Waden aus. Da halfen auch die beiden Packungen Fruchtpüree in meinem Rucksack nichts mehr. Wie auf Eiern lief ich den nächsten Abschnitt bis Hexenwasser. Immerhin konnte ich die zehnte Position vorerst halten.

Ab der steilen Rampe im Schlussteil ging allerdings nichts mehr. Ich war am Ende! Irgendwie schleppte ich mich ins Ziel und sofort weiter ins Sani-Zelt. Mit Massagen und einem Kaltwasserbad bearbeitete ich meine Verspannungen und war bereit für den finalen Tag.

Abschluss der Tour de Tirol: Der Pölven Trail

Meex beim verdienten Kaltwasserbad.

Der 23 Kilometer lange Pölven Trail war heuer das erste Mal bei der Tour de Tirol dabei und ersetzte den klassischen Halbmarathon. Ich war sehr gespannt auf das Rennen, weil im Vorfeld jeder von der Strecke schwärmte und ließ mich deshalb einfach überraschen. Nach meinem physischen Totalausfall am Vortag hatte ich zunächst keine großen Hoffnungen. Doch ziemlich schnell war klar: Ich spürte keinen Schmerz mehr! Und auch die Strecke war tatsächlich ein Highlight: abwechslungsreiche Landschaft, Waldabschnitte, knackige Rampen, Singletrail-Downhills – hier war wirklich alles dabei! Eine tolle Entschädigung für die Leiden des Vortags.

Fazit zur Tour de Tirol

Trotz des verpatzten Kaisermarathons war ich mit mir selbst und meiner Gesamtplatzierung zufrieden. Insgesamt war ich 6:46:5 Stunden unterwegs, was für den 12. Rang reichte. In meiner Altersklasse ging sich sogar Platz 2 aus! Auch die Organisatoren holten 2014 alles aus der Tour de Tirol raus. Besonders der endlos lange Apfelstrudel im Ziel bleibt in Erinnerung. Mein Fazit: Ende gut, alles gut!

Meex

Zu den weiteren Ergebnissen der Tour de Tirol 2014.