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Dolomiten / 3 Zinnen Projekt von Salewa AlpinXtrem Athlet Michi Wohlleben

Im Sommer 2011 ist es in den Dolomiten nass. Rund um die 3 Zinnen tun sich im Juli und August nur sehr wenige kletterbare Wettertage auf. Für Michi Wohlleben, Salewa AlpinXtrem Team Athlet, bedeutet das: warten! Erst nach über drei Wochen dann die Hoffnung. Gutes Wetter sollte das Psycho-Drama beenden und den Weg auf die Camilotto-Pellisier Route frei machen.

3 Zinnen über drei Wochen im Regen

Wetterfenster 3 Zinnen
Endlich das erhoffte Schönwetterfenster bei den 3 Zinnen

Irgendwie krank“ macht Michi Wohlleben das Warten auf besseres Wetter.

Rückblick, 3 Wochen zuvor:
Der in Berlin lebende Tiroler Thomas Schrott und Michi beim Auschecken der Camilotto-Pellisier Route bei den 3 Zinnen. Alles sah vielversprechend aus. Die beiden wechselten in der Kletterführung ab. Nach Onsight im Nachstieg der 7c+/8a Seillänge konnte Wohlleben die letzte und zugleich Schlüsselseillänge im Flash klettern. Auch dank Thomas Schrott, der ihm die Züge angesagt hatte. Die beiden waren also bereit für das Abenteuer Rotpunkt Camilotto-Pellisier in den Dolomiten.

Doch dann kam alles ganz anders. Über drei Wochen lang waren die Dolomiten und somit die 3 Zinnen vom Regen eingehüllt. Das Warten, mit täglichen Anrufen bei Albert Leichtfried von der ZAMG in Innsbruck in der Hoffnung auf einen positiven Wetterbericht, begann. Plötzlich die Hoffnung: erstmals kein Regen.
Michi’s Worte: „Natürlich nutzten wir die Chance um dieses Psycho-Drama endlich zu beenden. Das ewige Zuhause sitzen und warten, dass das Wetter gut wird, macht irgendwie krank“. Somit brachen die beiden Richtung Dolomiten und 3 Zinnen auf. Mit dabei, Kameramann Hans Hornberger und Fotograf Hansi Heckmair.

Michi Wohlleben
Michi Wohlleben in der Camilotto-Pellisier

Wetterfenster in den Dolomiten kam keinen Tag zu früh

Da Ende August bei dem Salewa AlpinXtrem Pro-Athleten Michi Wohlleben die Ski- und Bergführer Ausbildung ansteht, kam das bessere Wetter bei den 3 Zinnen gerade noch rechtzeitig. Am 2. August 2011 um 8:30 Uhr war es dann endlich soweit. Thomas und Michi standen beim Einstieg. Während die beiden in die Route einstiegen, war Hans Hornberger bereits auf dem Normalweg Richtung Gipfel unterwegs. Somit sollte dieser bereits für Aufnahmen oben sein, wenn die beiden Kletterer am Gipfel ankommen.

Die Kletterroute Camilotto-Pellisier bei den 3 Zinnen ist eiskalt

„550m (8a+) 7b+,7c,8a+,7c+/8a,7a,8a+,6c+,6b,6a,5,5 weitere 150m 2/3″ sind die Infos zur Route. 1967 von Minuzzio Camilotto erstbegangen zeigte sie sich seit ihrer Rotpunkt Erstbegehung 2004, von Mauro „Bubu“ Bole, dieses Jahr nicht besonders einladend. Die Temperaturen waren, wie für diesen Sommer typisch, eiskalt. Aber egal, es war endlich Zeit zum Klettern. Kein reden und kein warten mehr. Nur mehr dem Gipfel näher kommen.

Michi Wohlleben – Camilotto Pellesier from Hans Hornberger on Vimeo.

Bei den 3 Zinnen, wie für die Dolomiten üblich, lief wieder alles perfekt

Das Projekt Rotpunktbesteigung begann perfekt. Jede gepunktete Seillänge ließ Wohlleben entspannter werden. Der Druck viel mit jeder Seillänge etwas mehr ab und wandelte sich in pure Kletterfreude. Im Nachhinein berichtet Michi von einem: „…Flow wie ich ihn selten hatte…“ . Auch, weil es einmal ein Projekt ohne Fotoshooting und Filmen war. Kein Kameramann, der ihn wieder für einige Meter zurückschickte, um die perfekte Einstellung zu bekommen. Nur Thomas, der Dolomiten-Fels und Michi Wohlleben.
Kurz darauf hatte der Ausnahmekletterer die 6 schwersten Seillängen Rotpunkt in der Tasche.

Um 15.30 Uhr, ein lauter Schrei: GESCHAFFT

Michi Wohlleben 3 Zinnen
Salewa AlpinXtrem Athlet Michi Wohlleben

Die weiteren Seillängen bezeichnet Michi im Nachhinein als „Sahnehäubchen“ die er gefolgt von Thomas Schrott hinauf gerannt ist. Zwei junge Alpinisten, die sich über jeden Klettermeter näher an den Gipfel wie Kinder freuten. Am Ringband noch dem Kameramann entgegen, und um 15.30 Uhr ertönte ein lauter Gipfelschrei: Geschafft!

Am Schluss bleibt noch der Dank, den Michi seinen Kameraden Thomas Schrott für seine Unterstützung, Hansi Heckmair für die tollen Bilder und dem Filmer Hans Hornberger für seinen unermüdlichen Einsatz offiziell aussprechen möchte!

Weitere Infos über die Projekte, das Training und das Leben von Michi Wohlleben gibt es auf seiner interessanten Website www.michiwohlleben.de

Michi Wohlleben
Michi Wohlleben mit Thomas Schrott am Gipfel der großen Zinne

Fotonachweise: Hansi Heckmair und Hans Hornberger (Gipfelbild)

 

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