© Jakob Schweighofer/ Red Bull Content Pool

360 Ascent

Klettern am höchsten Schornstein Europas

Die slowenischen Weltklasse-Kletterer Janja Garnbret und Domen Škofic wagten sich an die schwierigste Klettertour ihres Lebens. Ihre Idee:  Den höchsten Schornstein Europas zu bezwingen und somit auch die längste künstliche Mehrseillängenroute.

360 Meter und 13 Seillängen

Früher zogen noch dunkle Rauchschwaden aus dem Turm des Kraftwerks Trbovlje in Richtung Himmel. Da er nun nicht mehr in Betrieb ist haben sich die zwei Kletterer Janja Garnbret und Domen Škofic es sich zur Aufgabe gemacht den 360 Meter hohen Schornstein in ihrer Heimat Slowenien zu bezwingen. Die von Spezialisten und IFSC-Routensetzern ausgearbeitete Route war zugleich die größte, künstliche Kletterroute der Welt.

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"Ich hatte vor dem Start ein bisschen Angst"

Insgesamt gab es 13 Seillängen zu bewältigen, von denen die leichtesten mit 7b eingestuft waren, während sechs mit 8 und höher bewertet waren. Der anspruchsvollste Part war die Seillänge 10 mit einem Schwierigkeitsgrad von 8b+, 257 Meter über dem Boden. Die beiden Kletterer kannten den Verlauf, die Bewegung oder die Anordnung der Seillängen nicht, was den Schwierigkeitsgrad zusätzlich erhöhte und somit ein Aufstieg ins Ungewisse war.

Für Janja Garnbret war es der erste Versuch einer Mehrseillängenbegehung, was ihr einiges an Angst einflößte. „Ich hatte vor dem Start ein bisschen Angst“, sagte sie. „Ich hatte Angst vor einem Sturz, was bei einer senkrechten Wand wirklich unangenehm werden kann, im Gegensatz zu einer überhängenden Wand, wo man in der Luft hängt. Hier kann man schnell gegen eine Wand oder einen Halt stoßen, bevor das Seil einen stoppt. Ich musste also ein paar Mal fallen, bis ich mich endlich entspannt und die Angst verbannt hatte.“ Domen Škofics Erfahrung mit solchen Besteigungen war jedoch auch kaum größer, da er zuvor nur eine Mehrseillängenbegehung gemacht hatte.

Bei ihrem ersten Versuch brauchten die beiden fast 12 Stunden und erreichten ihr Ziel kurz bevor es dunkel wurde.

Nach vier Tagen Erholung kehrten sie mit leichterer Ausrüstung und mehr Erfahrung noch einmal an den Fuß des Kamins zurück. Diesmal schafften beide alle 13 Seillängen, ohne zu stürzen, und mit 7 Stunden und 32 Minuten waren sie fast um 4 Stunden schneller.

Die volle Dokumentation gibts hier zu sehen

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