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5 Tipps fürs Klettersteig-gehen

Gut vorbereitet über den Fels

Endlich hat der Sommer offiziell begonnen. Für viele Naturliebhaber und -liebhaberinnen bedeutet das: Raus ins Freie und hoch in die Berge! Vom Wandern, Mountainbiken bis zum Klettern – für jede/n ist etwas dabei! Besonders Klettersteige sind jedes Jahr wieder ein großer Hype. Deshalb haben wir haben ein paar wertvolle Infos und Tipps gesammelt, die das Klettersteigvergnügen sicherer machen!

Ausrüstung

Zuallererst braucht es natürlich die richtige Ausrüstung, bevor es in die Berge geht. Dazu gehören:

Klettersteighelm

Der wichtigste Faktor beim Helm ist die Passform. Ob er passt, lässt sich anhand eines schnellen Tests herausfinden: Den Helm aufsetzen, den Kinnriemen jedoch noch offen lassen. Wenn man den Kopf schüttelt sollte der Helm auch in dieser Situation fest auf dem Kopf sitzen bleiben. Des Weiteren sind eine gute Belüftung sowie eine bequeme Polsterung ausschlaggebend. Immerhin wird der Helm über mehrere Stunden getragen.

Klettersteigset

Das Klettersteigset ist über eine Schlaufe mit dem Klettergurt verbunden und besteht aus zwei gerafften, elastischen Karabinerästen. Bei einem Sturz schützt es zum einen davor in die Tiefe zu fallen und sorgt zum anderen mittels eines Bandfalldämpfers dafür, dass überschüssige Energie weggenommen und der Fall somit gedämpft wird.

Früher gab es verschiedene Systeme neben dem Bandfalldämpfer, wie das Y-System oder V-System. Heutzutage entspricht allerdings nur mehr ein Bandfalldämpfer der Norm und es sollte daher ausschließlich dieser verwendet werden.

Klettersteiggurt

Als Gurt eignet sich ein Sitzgurt mit verstellbaren Beinschlaufen. Durch die Möglichkeit des Verstellens kann derselbe Gurt sowohl bei Schönwetter mit einer dünnen Kletterhose als auch an kühleren Tagen mit einer dickeren Regenhose eingesetzt werden.

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Klettersteighandschuhe

Da vor allem bei älteren Drahtseilen nicht selten spitze, rostige Drahtenden herausragen können, empfiehlt es sich, beim Klettersteiggehen spezielle Klettersteighandschuhe zu tragen. Gewöhnliche Arbeitshandschuhe sind dafür ungeeignet, da sie in den meisten Fällen durch Passform und Größe die Griffsicherheit einschränken. Zudem erschweren sie das Umhängen der Karabiner. Eine Investition in qualitativ hochwertige Klettersteighandschuhe macht sich hier definitiv bezahlt.

Passendes Schuhwerk

Beim Kauf von Schuhen für sicheres Klettersteiggehen gilt es insbesondere darauf zu achten, dass sie einen guten Halt bieten und über eine steife Sohle verfügen. Außerdem ist ein robustes Außenmaterial wichtig. Ob ein hoher, mittlerer oder niedriger Schaft gewählt wird, bleibt den eigenen Vorlieben überlassen.

Nicht vergessen!

Erste-Hilfe-Set und Handy sollten immer mit dabei sein. Eine Karte hilft dabei, sich jederzeit orientieren zu können. Davon abgesehen ist man bei riskanten und abenteuerlichen Unternehmungen jeglicher Art mit Abschluss einer Risikolebensversicherung gut beraten.

Die Wahl des richtigen Klettersteigs

Bei Planung der passenden Route sollte auf die verschiedenen Arten von Klettersteigen sowie das Level der Sportler geachtet werden. Von den Zu- und Aufstiegen sowie das generelle Level der Tour bis zum Fitnesslevel des schwächsten Gruppenmitglieds. Man unterscheidet zwischen folgenden Klettersteigen:

  • Versicherte Steige: Einfache Wanderwege, die stellenweise mit gesicherten Passagen versehen sind. Meistens befinden sich auf dem Weg kleinere Gipfelanstiege, die aber ebenso ohne Klettersteigausrüstung bewältigt werden können.
  • Klassische Klettersteige: Hier gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade, die sich an jedes Fitness- und Fähigkeitslevel anpassen lassen. Ein durchgängiges Drahtseil mit Zwischensicherungen zeichnet klassische Klettersteige aus. Häufig finden sich zusätzlich Eisentritte, Leitern oder Seilbrücken.
  • Sportklettersteige: Bei diesen kommt es auf ausreichend Kraft und Technik an. Der Steig führt in vielen Fällen durch ausgesetztes Gelände inklusive Überhängen. Ein durchgängiges Drahtseil mit Zwischensicherungen ist auch hier präsent, allerdings gibt es nur selten Zusatztritte. Natürlich lassen sich Sportklettersteige in verschiedene Schwierigkeitsstufen unterteilen, für Anfänger sind sie aber nicht empfehlenswert.
Klettersteiggehen
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Tipps zur Vermeidung typischer Fehler

1. Immer gesichert bleiben!

Egal, wie erfahren man ist und wie genau man den Aufstieg kennt, man muss immer dafür sorge tragen gesichert zu sein. Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit, ein unvorhersehbares Abrutschen oder ein kurzer Gleichgewichtsverlust durch Fremdeinwirkung, wie etwa durch einen Stein, der von oben herabfällt, kann bereits zu einem schlimmen Unfall führen. Deshalb beim Umhängen immer darauf achten, dass man zuerst den einen und dann erst den anderen Karabiner umhängt – niemals beide gleichzeitig!

2. Immer beide Karabiner verwenden!

In Verbindung mit dem ersten Punkt: Bei jedem Aufstieg mit beiden Karabinern anhängen. Wenn man nur über einen gesichert ist, besteht bei einem Sturz das Risiko, dass das Klettersteigsystem reißt.

3. Niemals absichtlich fallen lassen!

Das Klettersteigset ist dazu da, den Sturz im Notfall abzubremsen und so vor Schlimmerem zu bewahren. Trotz der Bremswirkung des Bandfalldämpfers ist ein Sturz dennoch mit einem harten Fangstoß sowie leichten bis schweren Verletzungen (je nach Höhe, Sturzhergang etc.) verbunden. Daher sollte man sich nie mit Absicht hineinfallen lassen!

Achtung: Nach einem Fall sollte der Bandfalldämpfer unbedingt ausgetauscht werden!

4. Nicht im Klettersteigset ausruhen!

Eine regelmäßige Belastung durch Ausruhen kann die Bremswirkung vermindern. Für eine kleine Pause eignet sich eine Bandschlinge mit Schraubkarabiner. Manche Sets haben überdies eine eigene Ruheschlaufe, die aber beim Steigen nie am Drahtseil befestigt sein darf und nur für Ruhezwecke genutzt werden sollte.

5. Genügend Abstand einhalten

Im Allgemeinen wird empfohlen mindestens eine Zwischensicherung Abstand zum Vordermann/zur Vorderfrau zu halten – an steilen Streckenabschnitten sogar zwei. So kann gewährleistet werden, dass ein Sturz der vorderen Person einen selbst nicht mitzieht.

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