Pisten am Wilden Kaiser
© Peter von Felbert

Große Abenteuer für kleine Pistenflitzer

Tipps vom Profi fürs Skifahren mit Kindern

Der Schnee hält für kleine Abenteurer unendlich viele Erlebnisse bereit. Stehen die Kids erstmals auf den zwei Brettern, wird wackelig an den ersten Schwüngen gefeilt. Aber ab wann macht es Sinn, die Kleinsten auf die Piste mitzunehmen? Gerhard Told, Leiter der Skischule Scheffau, verrät hilfreiche Tipps fürs Skifahren mit Kindern.

Skikurs vor Pistenerlebnissen

Die Schneekristalle glitzern in der Sonne und die frisch präparierten Pisten steigern das Verlangen breite Carving-Schwünge in den Schnee zu setzen. Wer darf dieses unvergessliche Erlebnis zuerst genießen und wer bleibt bei den Kindern? Diese Frage stellen sich Jungeltern frühmorgens am Pistenrand. Kleine Pistenflitzer müssen sich nicht zwischen „rot, blau oder schwarz“ entscheiden, sie sind am besten im Kinderland aufgehoben. Ab wann ein Ausflug in den Schnee Sinn macht und was in der SkiWelt Wilder Kaiser alles für kleine Skifahrer angeboten wird, erklärt Gerhard Told im Interview.

Früh übt sich, wer ein Meister werden will…

„…und dabei wird kein genaues Alter definiert, ab wann Kinder zum ersten Mal auf den Skiern stehen sollten. Ob mit zwei, drei oder fünf Jahren: Es geht mehr darum, mit welchem Alter die Kleinen Lust auf Schnee und Abenteuer bekommen.“

Wenn die Skilehrerin zur Lieblingstante wird…

„…dann hat man schon vieles geschafft. Gewinnt man erst einmal das Vertrauen der Kleinen, fühlen sie sich gleich um einiges wohler. Deshalb werden in unserer Skischule Scheffau die Skilehrer auf Herz und Nieren geprüft. Wir arbeiten seit vielen Jahren mit ausgebildeten Kindererziehern zusammen. Sie können sich so richtig in die kleinen Pistenflitzer einfühlen und kennen ihre Bedürfnisse.“

Skischule Scheffau
Gerhard Told von der Skischule Scheffau im Interview.© Claudia Böttcher
Mini-Carver der Skischule Scheffau
Der Mini-Carver für kleine Pistenflitzer.© Claudia Böttcher

Oder doch mit Mama und Papa an der Hand?

„Wenn das alles nichts bringt, hilft nur eines: Mama und Papas Nähe. Das ist oft verständlich, immerhin gehen die meisten mit drei Jahren noch nicht einmal in den Kindergarten. Dann fühlen sie sich mit den Eltern an der Seite einfach wohler. Aber auch Mama und Papa profitieren von den Skikursen: Das Trainingsgelände befindet sich direkt an der Bergstation. Das hat den Vorteil, dass sie genüsslich die Pisten nebenan herunterwedeln können, aber ihre Kinder immer im Blickfeld haben.“

Gruppe versus Einzelkämpfer?

„Ganz klar sind Gruppenkurse für Kinder von Vorteil. Freundschaften knüpfen und nebenbei noch spielerisch Skifahren lernen – das ist der perfekte Mix. Aber nur wenn es genügend Betreuer gibt, die individuell auf die Bedürfnisse eingehen können. In der Skischule Scheffau garantieren wir, dass jedes einzelne Kind genug Aufmerksamkeit bekommt.“

Es kann nicht schnell genug gehen…

„…Und damit ist nicht das Tempo auf der Piste gemeint, sondern die Zeit, bis die Skischuhe so richtig sitzen. Damit die Anprobe nicht zur Geduldsprobe wird, haben wir zusammen mit einem Hersteller Mini-Carver entwickelt, die mit dem normalen Winterstiefel getragen werden können. Einmal reingeschlüpft, sorgt die flexible Bindung für den richtigen Halt am Ski. Damit können die ersten, einfachen Hänge im KinderKaiserland bezwungen werden. Spätestens dann, wenn die Kinder das Gleichgewicht auf den Skiern halten und die Richtung steuern können, sind sie bereit für den nächsten Schritt: den normalen Skischuh.“

Was hat der Froschkönig mit Skifahren zu tun?

„Einmal dem Schneemann winken und den Froschkönig mit einem Schneeball abschießen – keine Seltenheit im KinderKaiserland. Im Lern-Karussel stehen Gewichtsverlagerung und Skiführung am Stundenplan. Das ist aber noch lange nicht alles, was wir zu bieten haben. Im Mini-Slalom präsentieren die Kleinsten stolz ihr Können und werden von Mama und Papa angefeuert.“

Bergauf am Förderband

„Im KinderKaiserland gibt es keine Schlepplifte, sondern Förderbänder. Das erleichtert die Bergfahrt für die Kleinsten um ein Vielfaches. Wenn es dann noch über die überdachte Grottenbahn bergauf geht, wird die Liftfahrt zum Highlight.“

Wenn der Tag wie im Nu vergeht...

„…dann besucht Ihr Kind einen unserer Ganztageskurse. Am Plan stehen dabei insgesamt vier Stunden Skifahren mit einer zweistündigen Pause. Das ist unserer Meinung nach für Kinder optimal. In der Mittagspause wird bei Schnitzel und Apfelstrudel der Vormittag Revue passiert und über die kleinen Erfolgserlebnisse geplaudert. Die Wirtsleute im Bergrestaurant verwöhnen uns immer mit herrlichen Köstlichkeiten. Und der heiße Kakao als Abschluss lockt die restlichen Energiereserven aus den Kids heraus.“

Skifahren mit Kindern
Skifahren mit Kindern am Wilden Kaiser© Claudia Böttcher

Wenn kleine Pistenflitzer auf der Suche nach Größerem sind…

„..und sie sich nach den Kursen schon sicher auf den Skiern fühlen, dann wird es Zeit für das große Abenteuer namens Piste: Am Anfang empfehle ich noch einen Gruppenkurs, bevor sich die kleinen Pistenflitzer mit Mama und Papa auf den Hängen duellieren. Und wer weiß, vielleicht kommt ja doch einer der Kleinen einmal groß raus. À la Marcel Hirscher oder Anna Veith.“

WAS, WANN & WO?

Privatstunden und Kurse im KinderKaiserland und auf den Pisten der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental können über die Skischule Scheffau gebucht werden.

Mini-Carver-Kurse für Kinder ab zwei Jahren finden im KinderKaiserland von 12:05-12:50 direkt an der Bergstation der 8er Gondelbahn Scheffau statt.

Gruppenunterricht gibt es für Kinder ab vier Jahren von Sonntag bis Freitag jeweils von 10-12 Uhr und 13:30-15:30 Uhr.

2 Kommentare

  1. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie klein einige Skifahrer*innen sind. Unsere Kinder sind nun 3 und 4 und wollen in den Schnee. Wir suchen ein Hotel näher einer Skipiste im Wilden Kaiser Skigebiet. Es wird spannend, ob sie sich dafür begeistern können. Sonst gibt es ja noch Miniclubs, in denen sie Indoor Spaß haben können, wenn es im Frühling die Corona-Situation zulässt.

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