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Die Laufmotivation – Wenn man „eigentlich“ nicht will

Trailhero Marcus Haller mit Tipps um in die Gänge zu kommen

Dynafit Trailhero Marcus Haller widmet sich einer grundsätzlichen Frage des Laufsports: Was, wenn ich eigentlich nicht will? Die Laufmotivation zu finden kann je nach Verfassung schwierig oder einfach sein. Hier kommt sein Erfahrungsbericht inklusive Tipps, um den inneren „Schweinehund“ zu überlisten.

Sich selbst überlisten

Wer kennt es nicht? Man plant für den folgenden Tag eine etwas größere Trailrunning Runde und am nächsten Morgen dann die Überraschung: lustlos, müde, schwere Beine.

Ich trödle dann meistens so vor mich hin, bis ich es doch irgendwie nicht mehr aushalte. Allerdings sage ich mir dann immer: Eine kleine Runde geht schon, einfach um nur mal kurz rauszukommen. Und dann laufe ich los. So ein Stündchen vielleicht. Nicht mehr. So war es auch vor Kurzem wieder. Und am Ende dann doch jedes Mal ein Happy End. Also habe ich mir eine Plan zurechtgelegt, um auch in Zukunft die Lauflust zu finden!

Schwere Beine

Als ich das letzte Mal mit der Laufmotivation zu kämpfen hatte startete ich einen kurzen Trail von zu Hause in Bayerischen Alpen. Nach etwa zehn Minuten kam die erste Verzweigung und schon ertappte ich mich dabei, wie ich auf die längere Strecke abbog. ‚Aber nur das kurze Stück steil hoch, danach gibt es wieder die Abbiege-Option ins Tal zurück‘.

Plötzlich spielten die schweren Beine keine Rolle mehr. Müdigkeit? Verflogen. Zur Sicherheit setzte ich mir als Ziel, im GA1-Bereich zu bleiben, um nicht doch wieder von der Müdigkeit übermannt zu werden.

Also ging es weiter. Schritt für Schritt. Das nächste Ziel? Der Gipfel der Hohen Kiste. ‚Den mache ich noch, aber danach gehts wirklich wieder runter’, hörte ich mich selbst sagen. Natürlich war ich für einen weiten Weg nicht ausgerüstet, aber unterwegs gab es ja genug Bäche, die die Kamelspeicher wieder auffüllen.

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Einer geht noch!

Die Minuten vergingen und nach einer Stunde und 45 Minuten war ich von mir selbst überrascht: knapp 1.300 Höhenmeter im gemütlichen Pulsbereich – nicht schlecht für eine eigentlich „lustlose“ Laufeinheit. Das gab mir den nächsten Motivationsschub. ‚Und so weit ist die Weilheimer Hütte ja auch nicht mehr weg’, dachte ich, während das nächste Ziel angepeilt wurde. Ein halbes Stündchen später hatte ich einen Liter Johannisbeersaft in der Hand und stillte meinen Durst bei einer wiederum motivierenden Pause. ‚Jetzt nur noch einen kurzen Abstecher auf den Krottenkopf und dann wieder nach Hause.‘

Blitz und Donner

Am Krottenkopf angekommen nahm ich mir ein paar Minuten, um die Aussicht zu genießen, was mir erneut Auftrieb verlieh. Ich konnte ich einfach nicht widerstehen, beim Heimweg doch noch einen Abstecher über den Oberauer Steig zu machen.
Dieses Spiel wiederholte sich auf meinem Weg zurück, und so dehnte sich der Trail aus über den Bischof, den Fricken, und noch über viele kleine beabsichtigte und auch unabsichtliche Umwege, bis ich schließlich im Tal wieder meinen Weg aus dem Wald fand. Tiefschwarze Wolken hatten sich mittlerweile über mir festgesetzt und ich wusste, trocken würde ich nicht mehr nach Hause kommen.

Nach kurzer Zeit trafen mich auch schon die ersten Tropfen, also schnell die Regenjacke drüber und weiter gings. 20 Minuten vor der rettenden Heimat stand ich Mitten im Wolkenbruch, mit Blitzen links und rechts, direkt gefolgt von dramatischen Donnerschlägen. Es war eine sehr eindrückliche Stimmung.

Endlich erreichte ich das Kuhgatter vor meinem Dorf und war in wenigen Minuten zu Hause. Meine Schuhe waren voll Wasser, aber ich war glücklich und zufrieden daheim angekommen.

Tipps für die Laufmotivation

Was aber kann man daraus lernen? Auch wenn sich der Tag nicht danach anfühlt: einfach loslaufen! Die Strecke „eskaliert“ dann schon von selbst. In meinem Fall waren es schlussendlich 30 Kilometer und 2.000 Höhenmeter. Dazu kommen unglaubliche Eindrücke, von denen man noch lange zehren kann. Meine konkreten Tipps für die Laufmotivation:

  • Selbstüberlistung: Kleines vornehmen, allerdings immer mit Optionen für eine Verlängerung
  • Spaß trumpft Training: Ich mache nur das, worauf ich am meisten Lust habe, nicht was mein Trainingsplan vorsieht
  • Mit Freunden laufen: So kann man sich gegenseitig motivieren

Für Läufer in den Bayerischen Alpen hier noch die Routeninformation zum Gebiet Estergebirge:

Start in Eschenlohe zu Hause, durch das Pustertal auf die Hohe Kiste und dann den kompletten Rücken entlang via Weilheimer Hütte, Krottenkopf, Bischof (Überschreitung) hinüber zum Fricken. Runter dann durch das Frickenkar und den Oberauer Steig zur Loisach und an dieser zurück nach Eschenlohe.

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