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Bergfilmfestival in St. Anton am Arlberg 2011

Von 23. bis 27. August 2011 trifft sich in St. Anton am Arlberg wieder die Bergfilmszene zum 17. Bergfilmfestival St. Anton. Kletterstars wie David Lama, die Riegler Brothers und James Pearson werden ebenso dabei sein wie Expeditionslegende Wolfgang Nairz und Allround-Alpinist Robert Jasper.

Über 30 neue Berg- und Abenteuerfilme beim Bergfilmfestival in St. Anton

Das 17. Bergfilmfestival St. Anton bringt einen breiten Querschnitt des internationalen Berg- und Abenteuerfilms. Das Spektrum reicht von Trekking, Klettern und Bouldern bis zu Skisport, Mountainbiken und Slackline-Abenteuern. Geografisch führen die Filme von den heimischen Breiten zu anderen Kontinenten und den großen Bergen der Welt.

Das Programm am Eröffnungsabend des Bergfilmfestival in St. Anton

Wolfgang Nairz - Bergsteiger, Ballonfahrer, Abenteurer, Nepal-Freund und Ehrengast beim Filmfest in St. Anton am Arlberg

Wolfgang Nairz wird am 23. August im Mittelpunkt des Eröffnungsabends stehen. Dietmar Löffler hat Nairz‘ farbiger Persönlichkeit und seinem facettenreichen Leben ein liebevoll gestaltetes, filmisches Porträt „Wilder Hund mit großem Herz“ gewidmet: Nairz war 1978 über die Kreise der Bergsteiger hinaus bekannt geworden, als er diez„Expedition der Rekorde“ zum Mount Everest leitete und selbst, als erster Österreicher, auf dem Gipfel des höchsten Berges der Welt stand.

Seit den späten 1980er Jahren hat sich bei Nairz eine neue Leidenschaft herausgebildet, nämlich das Ballonfahren. Auch dort hat er es bis zur Meisterschaft gebracht.

Wolfgang Nairz - Mit dem Ballon über die Alpen

In St. Anton wird er die Multivisionsschau „Faszination Ballonfahren – Die Welt aus einer anderen Perspektive“ präsentieren, wo der Fotograf Nairz Ballonbilder aus aller Welt und von eindrucksvoller Schönheit mit Schwerpunkten auf den Alpen und auf Nepal zeigt. Höhepunkt ist dann Robert Barths Film „Gefangene der Luft – Alpenballonfahren einst und heute“, in der Wolfgang Nairz sich mit Kollegen auf den Weg macht, um die Spuren der Vergangenheit des Ballonfahrens in den Alpen zu suchen und einen Blick in Gegenwart und Zukunft dieses Sports zu werfen. Für den Film wurden in zahlreichen Trainingsfahrten extreme Kamerapositionen einstudiert und auch zwei und drei Ballone mit Seilen zusammengehängt, so dass sie nicht auseinanderdriften und von der Kamera länger im Großbild festgehalten werden konnten.

Am Beginn des Abends wird die aufwändige Dokumentation des Filmfest-St.-Anton-Preisträgers Gerald Salmina „Erster auf dem Everest“ zu sehen sein, die der Frage nachgeht, ob der höchste Berg der Welt nicht schon 1924 erstbestiegen wurde.

Mittwoch, 24. August: Die Abenteuer von Slacklinern und Freeridern

Profi-Highliner Michael ´Michi´ Aschaber am Kapuzenturm an der Ellmauer Halt im Wilden Kaiser

Am Mittwoch, den 24. August, wird ein neuer Film des überaus produktiven Tiroler Abenteuerfilmers Hannes Mair gezeigt. In „Highline Kapuzenturm“ versucht sich Profi-Slackliner und Weltrekordhalter Michael „Michi“ Aschaber aus St. Johann an einer Highline vor seiner Haustür, am Kapuzenturm an der Ellmauer Halt. Dann präsentiert der Wahl St.-Antoner Stefan Häusl, einer der besten Freerider weltweit, seine Ski-Abenteuer in Norwegen, zusammen mit dem Snowboarder und aktuellen Freeride-World-Champion Michael „Mitch“ Tölderer, als dritten Teil von „Hike to Ride“.

Ebenfalls in St. Anton zu Gast ist David Lama, um das Filmporträt „Momentum“ vorzustellen. Der Film zeigt nicht nur den Werdegang des Ausnahmeathleten Lama, sondern gibt auch einen sehr persönlichen Einblick in seine vertikale Welt und begleitet ihn in die Nordwand der westlichen Zinne, wo er mit Alexander Hubers Route „Bellavista“ eine der anspruchsvollsten Freikletterrouten der Alpen in Angriff nimmt.

Nach der Pause wird Jan Kerkhoffs Film „Über den Berg“ gezeigt, in dem drogen- und alkoholkranke Menschen eine Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran wagen.

Donnerstag, 25. August: Kletter- und Boulder-Paradiese

Florian Riegler im Vorstieg in der Villnösser Rotwand

Am Donnerstagnachmittag ist im Arlberg-well.com die Universum-Dokumentation „Arlberg – Das verborgene Paradies“ in der längeren, vom Fernsehen nicht gezeigten 50-Minuten Version zu sehen.

Im vergangenen Jahr hatte der St. Johanner Eduardo Gellner, einer der begabtesten jungen Berg- und Abenteurerfilmer, mit einem Werk über die Südtiroler Spitzenkletterer Florian und Martin Riegler den Publikumspreis des Filmfest St. Anton gewonnen. In diesem Jahr kommt das Trio am Donnerstagabend mit einem neuen Film nach St. Anton. Die „Rieglerbrothers“ haben sich vorgenommen, die in den 1980-er Jahren zum ersten Mal technisch begangene Villnösser Rotwand als Erste „by fair means“, frei zu begehen. Eduardo Gellner hat das in „Zwei Brüder – Zwölf Seillängen“ aufwändig und atemberaubend filmisch dokumentiert.

Bernd Zangerl beim Bouldern in Norwegen

Filmfest-Moderator Bernd Zangerl ist am Donnerstag in einem großen Werk als Akteur vertreten. Er war mit Freunden in Norwegen und hat dort, der Küste entlang, über tausende Kilometer hinweg, nach neuen, noch nicht bekannten Bouldermöglichkeiten gesucht. Ein Filmemacher war auch dabei: Josh Knox, in der Szene weitum bekannt – etwa hat er mit Snowboarder Shawn White einen Film gedreht. Und so kann Bernd Zangerl zu Hause am Arlberg mit „Arctic Ambitions“ einen Film mit Landschaftsaufnahmen von großer Schönheit und der beständigen Suche nach den besten Boulderlinien vorstellen. „Dieser Film“, so Zangerl, „unterscheidet sich von den herkömmlichen Kletter- und Boulderfilmen deutlich.“

Freitag 26. August: Kletterakrobaten und Tiroler Pulverschnee

Roger Schäli in der Route ´Emergency Exit´ in der Eiger Nordwand

Am Freitag, 26. August, beginnt das Abendprogramm im Arlberg-well.com mit dem Film „Nouvelle Vague“, in dem Kletterakrobaten wie Elie Chevieux – Sieger beim „Rockmaster“ in Arco 1993 und persönlich nach St. Anton eingeladen – zeigen, was exzellente Kletterer in den Straßen einer Stadt wie Genf so alles aufführen können. Ein weiterer Film von Eduardo Gellner „Eiger – Die unmögliche Route“ mit Roger Schäli als Akteur, der auch nach St. Anton eingeladen ist, zeigt Klettern in einer besonders schwierigen Route in der Eiger Nordwand.

Im Mittelpunkt der großen Dokumentation „Climbing Elements“ steht Kilian Fischhuber. Der hat das Wettkampfklettern im Bouldern in den vergangenen Jahren dominiert wie kein anderer. Im Film lässt er sich nun abseits des Wettkampfsports auf vertikale Streifzüge im Fels ein und zeigt etwa in der berüchtigten Route „Des Kaisers neue Kleider“ im Wilden Kaiser, dass er sich nicht nur auf Kletterakrobatik versteht, sondern auch beim alpinen Freiklettern eine exzellente Figur macht.

Kilian Fischhuber beim Klettern im Wilden Kaiser

Mit einem neuen Film reist auch der britische Kletterprofi James Pearson an und erzählt von einem ganz besonderen Abenteuer in der Ennedi Wüste im Norden des Tschad. Auf einem Gebiet von 60000 Quadratkilometern hat er gemeinsam mit Mark Synnott und Alex Honnold bisher unbezwungene Sandsteintürme erkundet.

„Heimvorteil – Freeriden in Tirol“ zeigt, wie abenteuerlich und traumhaft schön es sein kann, den Pulverschnee in Tirol wirbeln zu lassen. Den Abschluss dieses intensiven Abends bildet der Film „Kashmiri Powder“. Zwei Frauen, die Freeriderinnen Eva Walkner aus Kuchl und Katharina Schuler aus St. Anton, sind nach Kaschmir gereist und haben dort bewaffnete Soldaten, die weltweit höchste Gondel, freilaufende Affen und meterhohen „Kashmiri-Powder“ angetroffen.

Der Abschlussabend des Bergfilmfestival in St. Anton

Heimvorteil` - Ein Film über die Schönheit des Freeridens in Tirol

Der Abschlusstag, Samstag, 27. August, beginnt mit einer Matinee samt traditionellem Erbswurstsuppe-Essen. Gezeigt wird ab 11 Uhr der Film „Großglockner – Die Pallavicinirinne“ von Fritz Kalteis – eine Skibefahrung dieser extrem steilen Rinne zwischen Groß- und Kleinglockner. Und im Anschluss wird das beinahe schon historische Filmdokument „Hindukusch-Ski-Expedition 1970“ vorgeführt. Bei dieser Expedition war der weitum bekannte Meteorologe Karl Gabl mit dabei, und es gelang der damalige Höhenweltrekord einer Skibefahrung. Karl Gabl wird persönlich vor Ort sein und von diesem Abenteuer berichten.

Am Abschlussabend wird traditionell der St. Anton Spezialpreis für einen herausragenden Film des diesjährigen Bergfilmfestival St. Anton verliehen. Davor steht Robert Jasper auf der Bühne. Er gilt als einer der weltbesten Allround-Alpinisten und zeigt „Facing Obsession“ – Klettern in Patagonien. Außerdem zu sehen: „Freya“, ein Film über seine Flitterwochen mit Frau Daniela – auch in St. Anton vor Ort –, während deren sie eine 1000-Meter-Bigwall in Norwegen bezwangen.

Paralellprogramm im Vallugasaal

Von Mittwoch bis Freitag läuft im kleineren Vallugasaal ein Parallelprogramm zu den Vorführungen im großen Arlberg-well.com, am Mittwoch ist dort die flotte, international produzierte Filmkomödie „Powder-Girl“ zu sehen, die 2010 am Arlberg gedreht worden ist und in der der Innsbrucker Schauspieler und Kabarettist Gregor Bloéb eine größere Rolle hat.

Am Donnerstag gibt’s Kinderkino mit dem Film „Free Willy“.

Im Vallugasaaal wird am Donnerstag ein Filmabend speziell für Englisch sprechendes  Publikum mit internationalen Bergfilm-Highlights angeboten.

Im Vallugasaal wird die aufwändige Dokumentation „Ski Heil“ gezeigt, in deren Mittelpunkt vier betagte Skilehrer-Pioniere stehen, die die Entwicklung des Skilaufs im Land der Berge für sich Revue passieren lassen.

Als Vorgeschmack sehen Sie die Trailer des Bergfilmfestival St. Anton.

Fotonachweis: © Christina Weiermann, Marmot, © Eduardo Gellner, © Hannes Mair, Red Bull Content Pool, © Franz Hinterbrandtner/Red Bull Content Pool, © Hannes Mair / Alpsolut Filmproduktion, © Archiv Wolfgang Nairz

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