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Welcher Skitourentyp bist du?

Ausgleich zur Arbeit oder Jagd nach neuen Rekorden?

Aussicht und ein gutes Gespräch oder doch den Puls und die Zeit im Blick? Und die Abfahrt? Lieber wild and free im Gelände oder doch als Pistenflitzer über präparierte Hänge? Der Skitourensport hat sich mittlerweile zu einer wahren Sportart entwickelt und ist längst kein Trend mehr. Immer mehr Menschen gehen dem Ausdauersport in den Bergen nach – ob als Ausgleich zur Arbeit, ambitionierte Bergtour, Mittel zur Freeride-Line oder als Rennvariante. 

Der Racer...

… strebt nach seiner eigenen Höchstform.

… geht auf Rekordjagd.

… spart jedes Gramm an Gewicht.

… trackt seine Aktivitäten.

Höher, schneller, weiter ist das Kredo des Racers. Alles wird einem einzigen Ziel untergeordnet: Die schnellste Zeit an den Tag zu legen. Persönliche Rekorde sollen neu aufgestellt, möglichst viele Höhenmeter zurückgelegt und Grenzen überwunden werden. Das Ziel ist immer die Höchstform und der eigene Atem scheint schier unendlich zu sein. Für jede extra Sekunde die man schneller am Berg ist, wird noch härter trainiert, optimierter gepackt und besser geplant. Jedes Gramm bei der Ausrüstung wird genauestens abgewogen und überlegt, wo man noch einsparen kann. Für den Racer ist der Aufstieg ist das Entscheidende. Das klassische Skibergsteigen eben. Die Abfahrten sind eine Belohnung oder oftmals auch mittel zum Zweck. Nämlich um den nächsten Gipfel zu erklimmen.

© michelangeloop on Canva
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Der Genießer...

… lässt die Weite wirken.

… erfreut sich an der Landschaft.

… hat keinen Stress.

… hat genug Gründe für eine Tour.

Die Natur spüren, einen Ausgleich finden, sich bewegen – die Beweggründe des Genießers für eine Skitour sind das Erlebnis. Zurückgelegte Höhenmeter, der perfekte Schnee oder wie schnell man von A nach B hinauf gelangt sind für ihn Nebensache. Vielmehr geht es um den Ausblick und das Erlebnis an der frischen Luft. Er will seinen Kopf frei bekommen. Den Genießer kann man wirklich als den “klassischen Tourengeher” bezeichnen. Gemütliche Abendtouren, mit Freunden auf die Hütte oder die After-Work-Route auf den Hausberg. Für den Genießer gibt es jede Menge Anlässe für eine Tour. Zeit spielt dabei keine oder nur eine untergeordnete Rolle.

Der Abenteurer...

… überwindet gerne Grenzen.

… sucht die Herausforderung.

… ist ein Pläneschmieder.

… sagt bye bye zur Komfortzone.

Für diesen Typ zählt nur eines: das Abenteuer. Gleich wie der Racer geht auch der Abenteurer gerne ans Limit, allerdings eher nach dem Motto: Wild and free. Die eigens gewählte Herausforderung und das Vordringen in neue Sphären ist die größte Motivation. Der Abenteurer lebt nach dem Motto: “Rock den Berg“ und hat seine Ausrüstung immer auf extreme Bedingungen angepasst. Er hat nicht nur einen Plan A in petto, sondern immer auch einen Plan B.

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Der Freerider...

… ist immer auf der Suche nach DER Linie.

… ist verliebt in die Abfahrt.

… schaut auf die Downhill-Performance seines Skills.

… will sich neu erfahren.

Den Freerider reizt das Unbekannte. Für ihn ist Neues zu erkunden das höchste der Gefühle. Die Abfahrt steht ganz klar im Fokus. Der Aufstieg ist meist nur dass Mittel zum Zweck um unberührtes Terrain zu erreichen und die beste Line zu finden. Je besser die Abfahrt, desto größer ist das Freiheitsgefühl. Downhill-Performance, Komfort und Sicherheit ist das wichtigste bei der Materialwahl.

Wichtiges Know-How für jeden Typen

Egal welcher Typ du bist, folgende Empfehlungen des Österreichischen Alpenvereins gelten für jeden und bilden den gemeinsamen Nenner. Sie dienen dazu, den alpinen Gefahren im winterlichen Gebirge wirkungsvoll zu begegnen und die Skitour sicher zu gestalten.

#1 Gesund und fit in die Berge

Skitourengehen ist Ausdauersport. Gesundheit und eine ehrliche Selbsteinschätzung setzen die Belastungsreize für Herz, Kreislauf und Muskeln voraus. Zeitdruck soll unbedingt vermieden und das Tempo so gewählt werden, dass dieses durchgehalten werden kann. Bei Gruppentouren muss auf jeden Rücksicht genommen und auf Kraftreserven für die Abfahrt geachtet werden.

#2 Sorgfältige Tourenplanung

Unerlässlich ist das Informieren über Routenverlauf, Länge, Höhendifferenz und die aktuellen Verhältnisse. Hierzu greift man auf Karten, Führerliteratur, Internet und Experten zurück. Besondere Beachtung verdient der Wetterbericht, da Kälte, Wind und schlechte Sicht das Unfallrisiko stark erhöhen. Auch Alternativrouten sollten geplant werden und über nationale Bergrettungs-Notrufnummern Bescheid wissen (Euro-Notruf 112).

#3 Vollständige Ausrüstung

Die Ausrüstung muss den winterlichen Verhältnissen und dem Tourenziel angepasst werden. Standard-Ausrüstung für den Notfall sind Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Sonde und Schaufel, ebenso Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Mobiltelefon. Ein Airbag-System erhöht die Überlebenschancen. Vor dem Start muss die Ausrüstung überprüft werden.

#4 Lawinenlagebericht

Vor der Tour sollte man sich eingehend über die Lawinengefahr informieren: Wie? Wo? Was? Besonders auf Informationen zur Gefahrenstufe (1–5), zu den Gefahrenstellen (wo ist es heute gefährlich?) und zu den Gefahrenmustern (was ist heute die Hauptgefahr?) sollte geachtet werden.

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#5 Lawinenrisiko abwägen

Beim Erkennen der Lawinengefahr sind dem Menschen enge Grenzen gesetzt. Die Entscheidungen sollten daher auf strategische Methoden der Risikoeinschätzung (Reduktionsmethoden) gestützt werden. Man sollte lernen Gefahrenzeichen im Gelände zu erkennen. Gefahrenstellen sollte ausgewichen werden. Im Zweifelsfall kehrt man lieber um.

#6 Pausen und Orientierung

Pausen sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Heiße, isotonische Getränke sind ideale Durstlöscher und Wärmespender und füllen auch die Energiespeicher wieder auf. Laufende Orientierung und Spurenbeurteilung sind während Pausen ein wichtiger Sicherheitsgeber.

#7 Abstände einhalten

Für die Entlastung der Schneedecke und der Schadensbegrenzung dienen Abstände. Entlastungsabstände von zehn Metern beim Aufstieg in Steilhängen steigern außerdem den Komfort bei Spitzkehren. Bei der Abfahrt sollten grundsätzlich Abstände von mindestens 30 Metern eingehalten und sehr steile Hänge nur einzeln befahren werden.

#8 Stürze vermeiden

Stürze bei der Abfahrt sind die häufigste Unfallursache und auch für die Schneedecke bedeuten sie eine große Zusatzbelastung. Eine gute Skitechnik und eine dem Können angepasste Geschwindigkeit reduzieren das Risiko. Mit der richtigen Ausrüstung minimiert man das Verletzungsrisiko. Ein Skihelm schützt vor Kopfverletzungen.

#9 Kleine Gruppen

Wenn man alleine unterwegs ist, können schon kleine Zwischenfälle zu ernsten Notlagen führen. Kleine Gruppen (bis sechs Personen) erhöhen die Sicherheit. Gefährliche Situationen können durch Kommunikation mit anderen Wintersportlern und gegenseitige Rücksichtnahme verhindert werden. In der Gruppe sollte man immer zusammen bleiben und vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr informiert werden.

#10 Respektiere die Natur

Der Berg bietet einen wertvollen Freiraum zum Bewegen. Genieße diese Freiheit sollte man genießen, aber stets Rücksicht auf Wildtiere nehmen. Schutzgebiete sollten respektiert und Aufforstungsflächen nicht betreten werden. Zur Anreise hilft das Bilden von Fahrgemeinschaften oder öffentliche Verkehrsmittel den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

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